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Letzter Vortrag in der Veranstaltungsreihe "Frieden, Freiheit, Mitbestimmung?"


 

Dienstag, 19. Juni 2018, 18.00 Uhr, Ort: Landesarchiv NRW, Schifferstraße 30 (Eingang Hafenseite), Vortragssaal

  

Dr. Andreas Pilger (Stadtarchiv Duisburg): „Soziale Unruhen in Duisburg 1918 bis 1920“

 

Der Vortrag skizziert den Verlauf der Novemberrevolution bis ins Frühjahr 1919. Er nimmt dabei die Städte Duisburg und Hamborn vergleichend in den Blick. Nach einem einigermaßen ruhigen Revolutionsbeginn in beiden Städten eskalierte die Situation in Hamborn rasch, während in Duisburg gemäßigte Kräfte lange Zeit die Oberhand behielten und sich gewaltsame Ausschreitungen eher auf äußere Einflüsse zurückführen ließen. Der Vortrag versucht, die Unterschiedlichkeit der Entwicklung aus der Sozialstruktur der beiden Städte zu erklären. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie die im Übergang zur Demokratie sich in Hamborn entwickelnden Verhandlungsstrukturen zwischen Politik, Unternehmen und Gewerkschaften die eigentliche Bedürfnislage der Arbeiter nur unvollständig berücksichtigten und so zu einer Entfremdung zwischen den Arbeitern und ihren institutionellen Interessensvertretungen führten. Der hilflose Rückgriff auf das Militär entfesselte in Hamborn ähnlich wie in Berlin und München eine sich steigernde Spirale der Gewalt, deren Auswirkungen nicht nur die Anfangsjahre der Weimarer Demokratie überschatteten, sondern die Erfahrungs- und Deutungsmuster der Zeitgenossen bis in die Anfangszeit der nationalsozialistischen Herrschaft beeinflussten.

 

Foto:  „Arbeiter auf ihrem Weg zur Demonstration auf dem Burgplatz in Duisburg, 11. Januar 1919" (Stadtarchiv Duisburg).

 

 

Um 17.30 Uhr gibt es eine öffentliche Führung durch das Landesarchiv. Alle Angebote sind kostenlos; eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.