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Bestände

 

Zur Zeit verwahrt das Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen rund 100.000 Pergamenturkunden, darunter 114 mittelalterliche Kaiser- und Königsurkunden, von denen die älteste aus dem Jahre 813 stammt. Hinzu kommen ca. 30 Regalkilometer Akten, Amtsbücher und Handschriften sowie ca. 80.000 Karten und Pläne. Zu den ältesten und wertvollsten Quellen gehören ein Fragment aus dem Werk des Isidor von Sevilla aus dem 7. Jahrhundert, eine Ostertafel aus Corvey aus dem 7. bis 12. Jahrhundert, eine Papyrusurkunde aus der päpstlichen Kanzlei von 891, eine Purpururkunde Kaiser Konrads III. von 1151 sowie die um 950 entstandene Handschrift des "Capitulare Saxonicum" mit der Aufzeichnung sächsischen Volksrechtes.

 

Der ältere Teil der Bestände umfasst die Archivalien der ehemaligen Reichsstände aus der Zeit vor 1803/1806 aus dem Gebiet der späteren preußischen Provinz Westfalen, jedoch mit Ausnahme der Reichsstadt Dortmund und einiger zumeist kleinerer westfälischer Grafschaften und Herrschaften sowie der meisten jener kurzlebigen Entschädigungslande, die 1803 im Zusammenhang mit dem Reichsdeputationshauptschluss entstanden waren. Von besonderer Bedeutung sind die umfänglichen Archive der geistlichen Territorien Fürstbistum Münster und Fürstbistum Paderborn sowie der Domkapitel Münster und Paderborn, des kurkölnischen Herzogtums Westfalen und des Vests Recklinghausen, des Fürstentums Siegen sowie der preußischen Besitzungen Fürstentum Minden, Grafschaft Ravensberg, Grafschaft Mark und Grafschaft Tecklenburg. Hinzu kommen die Urkunden und Akten zahlreicher aufgelöster westfälischer Stifte und Klöster. Besonders hervorzuheben ist dabei der wertvolle Urkunden- und Aktenbestand des Klosters Corvey.

 

Seit 1924 befinden sich in unserem Archiv außerdem rund 6.500 Westfalen betreffende Prozessakten des Reichskammergerichts (und einige wenige des Reichshofrates) aus der Zeit vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis 1806.

 

Die Gruppe "Behörden der Übergangszeit" von 1802 bis 1816 umfasst die Überlieferung wechselnder, oft recht kurzlebiger Behörden während der napoleonischen Epoche, darunter das Westfalen betreffende Schriftgut des Kaiserreichs Frankreich, des Königreichs Westphalen und des Großherzogtums Berg.

 

Den weitaus größten Teil der Bestände nimmt freilich mit über zwei Dritteln Umfang die Überlieferung staatlicher Behörden und Einrichtungen nach 1816 ein, darunter die Akten der inneren Verwaltung (Oberpräsidium der Provinz Westfalen, Regierungen in Arnsberg und Münster sowie die landrätlichen Kreise bis zu deren Kommunalisierung im Jahre 1946), der Finanz-, der Wirtschafts-, der Verkehrs-, der Kultus- und der Justizverwaltung.

 

Neben der staatlichen Überlieferung wird auch nichtstaatliches Archivgut - zumeist als Depositum - verwahrt, und zwar von Parteien (darunter auch Organisationen der NSDAP im Bereich der Gaue Westfalen-Nord und Westfalen-Süd), Verbänden, Vereinen, Organisationen, Guts- und Gewerbebetrieben, Familien und Personen. Genannt seien hier stellvertretend die bedeutenden westfälischen Adelsarchive der Grafen von Landsberg-Velen und der Freiherren von Romberg. Ferner wird auch in verstärktem Maße Dokumentationsarbeit geleistet durch das Sammeln von Nachlässen von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, von Druckschriften und Plakaten politischer Parteien, von Bildmaterial und audiovisuellem Dokumentationsgut.

 

Da vor Beginn der größeren Bombenangriffe auf Münster 1941 gerade noch rechtzeitig eine Auslagerung der Bestände erfolgt war, sind nur in ganz geringem Maße Verluste durch Kriegseinwirkungen eingetreten.

 

So verwahrt das Archiv heute ca. 1.000 Bestände, die in der sogenannten „Beständeübersicht“ beschrieben werden. Sie ist im Internet unter archive.nrw.de recherchierbar und liegt auch als Buch vor.

 

Findbücher

Auf die Ebene der einzelnen Archivalien gelangt man über die archivischen Findbücher, die die Bestände erschließen. Es liegen ca. 2.000 Findbücher und eine Reihe von Datenbanken vor. Fast alle Findbücher sind als Buch im Lesesaal vorhanden und können dort eingesehen werden. Eine stetig wachsende Zahl von Findbüchern ist auch bereits über das System V.E.R.A. an den PCs im Lesesaal recherchierbar, und ca. 700 Findbücher sind über das Internet zugänglich.

 

Wenn Sie ein ganz bestimmtes Online-Findbuch suchen, aber nicht wissen, ob es schon eingestellt ist, empfehlen wir Ihnen, über unsere Online-Beständeübersicht zu navigieren. Dort sehen Sie bei jedem Bestand, ob es bereits ein Online-Findbuch gibt. In diesem Fall führt jeweils ein Link direkt von der Bestandsbeschreibung zum Findbuch. Die Findbücher sind auch über die Suchfunktion recherchierbar. Es werden laufend weitere Findbücher eingestellt.

 

Wir wählen die Online-Findbücher nach folgenden Kriterien aus:

  • Sie müssen erstens in einer Datenbank vorliegen. Leider ist das noch nicht bei allen unseren Findbüchern der Fall, obwohl wir laufend an der Retrodigitalisierung arbeiten. In den vergangenen Jahren hat uns die Deutsche Forschungsgemeinschaft bei diesem großen Projekt unterstützt - die mit Mitteln der DFG abgeschriebenen Findbücher werden in der Liste der Online-Findbücher entsprechend gekennzeichnet.
  • Zweitens sind wir an verschiedene archivgesetzliche, daten- und persönlichkeitsschutzrechtliche Vorgaben gebunden mit der Folge, dass wir Findbücher zu neueren Beständen nur sehr eingeschränkt online zugänglich machen können.

 

Thematische Findbücher

Diese sogenannten Inventare stellen Archivalien nach Themenschwerpunkten bestands- und archivübergreifend zusammen. Dies unterscheidet sie von "normalen" archivischen Findbüchern, die Archivalien in aller Regel bestandsbezogen nachweisen, d. h. sie verzeichnen die Archivalien einer abgebenden Behörde oder einer Institution oder einer Person.

 

 

  • Sachthematisches Inventar des Landesarchivs NRW Abteilung Westfalen, Quellen zum Stift Geseke, 2013.

 

  • Bin kein Schriftsteller, sondern nur ein einfacher Sohn des Waldes. Inventar der Selbstzeugnisse in den Beständen des Landesarchivs NRW Abteilung Westfalen, im Auftrag des Landesarchivs hg. von Axel Koppetsch (Veröffentlichungen des Landesarchivs NRW 40) Düsseldorf 2011.