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"Die Kunst des Bewahrens. Archiv - Klänge und Bilder"

Ausstellung und Veranstaltungsreihe im Herbst 2018 

 

 

 

Die beiden Künstler Anselm Faust und Tim Löhde gestalten mit verschiedenen Arbeiten den Ausstellungsraum im Landesarchiv NRW in Duisburg. Hierbei greifen sie Themen des Archivs wie „Erinnern und Vergessen“, „Speichern“, „Bewahren und Vernichten“ auf.

 

ANSELM FAUST portraitierte im Jahr 2002 einige seiner Kolle­ginnen und Kollegen aus dem ehemaligen Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf. Aus der Gegenüberstellung zweier unterschiedlicher Situationen vermag der Eindruck entstehen, dass die Persön­lichkeit der Archivarinnen und Archivare vorübergehend vom Archiv überlagert werden kann, auf Dauer aber erhalten bleibt.

Anfang 2014 zog die Abteilung Rheinland des Landesarchivs nach Duisburg um. Im Mai d. J. fotografierte Faust die gerade verlassenen Räume des Standortes an der Mauerstraße in Düsseldorf. Kaum leergeräumt, hatte sich in den Büros und Magazinen eine seltsame Atmosphäre von Wehmut und Nostal­gie, aber auch von Tristesse und Vergänglichkeit ausgebreitet. 

 

TIM LÖHDE kreierte für die Ausstellung verschiedene Sound-Installationen, die teilweise mit den Arbeiten von Anselm Faust interagieren. Eine Sound-Collage aus Wortfetzen, die im Lesesaal des Landesarchivs aufgenommen und später bearbeitet wurden, begleitet die projizierten Portraitfotografien von Anselm Faust. Ein Postkartenständer ist mit Fotos von Anselm Faust und Klangkarten von Tim Löhde bestückt. Die Klangkarten führen mit dem Hinweis auf geografische Koordinaten wie eine Schatzkarte Schatzkarte zu einem Ort in Duisburg, an dem eine besondere Klangakustik zu finden ist. Die Klangkarten dienen als Speichermedium für eine Ortssituation. Ein senkrecht stehender Schallplattenspieler läuft während der Ausstellungszeit im Loop und nutzt die Schallplatte durch das Reiben der Tonnadel mehr und mehr ab, bis sie zum Ende der Ausstellungszeit immer weniger zu verstehen sein wird. Mit Kopfhörern ist die Schallplatte zu hören: ein fiktiver Monolog des Mediums über sich selbst, eine künstlerisch-dokumentarische Reise durch die Geschichte der Audio-Aufnahme mit Beispielen und zugleich eine Betrachtung darüber, wie schwer es sein kann, Klänge für eine lange Zeit zu speichern.

 

 

Begleitend zur Ausstellung bietet die Abteilung Rheinland des Landesarchivs NRW eine Vortragsreihe an, die verschiedene Aspekte des Rahmenthemas "Kunst des Bewahrens" aufgreift und näher beleuchtet.

 

Nähere Informationen zur Ausstellung und zur Vortragsreihe finden Sie hier



Nächster Vortrag in der Veranstaltungsreihe:

Dienstag, 20. November 2018, 18 Uhr

Dr. Barbara Segelken (Draiflessen-Collection, Mettingen): "...aus totem Stoff ein Lebendiges zu gestalten."

 

„Stefan Zweigs Zitat aus dem Jahr 1914 thematisiert zweierlei Dinge, die zentral für die Arbeit an der Ausstellung „Die Kunst des Aufbewahrens“ waren, die die Draiflessen Collection (das Kunstmuseum und Archiv der Unternehmerfamilie Brenninkmejier) 2015/16 zeigte: zum einen die vitalistische Denkweise (von totem zum Lebendigen), zum anderen die Praxis des Gestaltens. Ausgehend von dem hauseigenen Archivbestand folgte sie dem Gedanken, dass das Archiv als kulturelle Erscheinungsform nicht nur ein Ort des Bewahrens, sondern zugleich auch ein Ort des Vergessens ist. Es bringt Geschichte(n) hervor, verbirgt sie aber auch zugleich. Aber wie funktioniert das?
Die Ausstellung beleuchtete den Kosmos Archiv aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei legte sie den Fokus auf die vier Themenbereiche „Bewahren“, „Dokumentieren“, „Sammeln“, „Erkunden“. Die mit den Archivmaterialien verbundenen Praktiken wurde in Dialog mit künstlerischen Positionen gesetzt mit dem Ziel, das Archiv als moderne und innovative Ausdrucksform, als Grenzgänger zwischen Verwaltung und Kunst begreifbar zu machen.“

 

 Vor den Vorträgen besteht die Möglichkeit, in einer halbstündigen Führung das Landesarchiv kennenzulernen. Treffpunkt für die Führungen ist jeweils um 17:30 Uhr im Foyer. Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Nach den Vorträgen lädt das Landesarchiv zu einem Umrunk ein.