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Archivale des Monats November 2019

Mundart im Archiv:

Alfred Heinen und "De belgische Liebschaff"

 

Als staatliches Archiv hat die Abteilung Rheinland des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen vorrangig die Aufgabe, Unterlagen aus den Behörden ihres Zuständigkeitsbereichs zu archivieren. Weite Teile der hier überlieferten Unterlagen bestehen daher aus Verwaltungsschriftgut, das heute wie auch in der jüngeren Vergangenheit in aller Regel auf Hochdeutsch verfasst wurde.

Nach Spuren rheinischer Mundart(en) im Archiv muss man also etwas suchen, wird aber durchaus fündig: 

 

Ein Fundort können Nachlässe sein: Sie enthalten mitunter sowohl Biographisches über Autor(inn)en wie auch mundartliche Werke. Ein Beispiel sind die Tagebücher des Düsseldorfer Verlagsangestellten und (Laien-) Schriftstellers Emil Johann Friderici (Siehe auch Archivale des Monats September 2019). Er dokumentierte darin sowohl seine Gedichte als auch deren Darbietung durch Alfred Heinen. Heinen war ein beliebter rheinischer Sänger und Unterhaltungskünstler, der Lieder in rheinischer Mundart (zum Beispiel von Willi Ostermann) interpretierte. Der damals über Düsseldorf hinaus bekannte Sänger Alfred Heinen bestellte mehrmals Texte bei Friderici. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft floh er 1933 nach Amsterdam. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht wurde er 1943 deportiert und starb im Lager Sobibor.

 

MINI A. Heinen MINI Bild aus RW 482 Nr. 1

Alfred Heinen, aus LAV NRW R RW 0482 Nr. 1 (Nachlass Emil Johann Friderici)

 

Eines seiner berühmtesten Werke ist das Gedicht "De belgische Liebschaft" um den nach Belgien eingezogenen Peter/Pitter und seine Frau Marieke, die sich gegenseite eine "Liebschaft" mit Anderen andichteten. 

 

 

MINIGedicht aus RW 482 Nr. 2

LAV NRW R RW 0482 Nr. 2 (Nachlass Emil Johann Friderici)