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Archivale des Monats Dezember 2019

 

Weihnachten 1914 in Düsseldorf: LAV NRW R NW 0482 Nr. 1 


 

Bereits in der Archivale des Monats September und November haben wir uns auf die Spuren von Emil Johann Friderici und seine Kriegstagebücher begeben. Diesen Monat möchten wir uns ein drittes und letztes Mal dem Düsseldorfer widmen, denn auch die Ausstellung "Poesie, Prosa und Protest", in der Teile der Tagebücher zu sehen sind, neigt sich dem Ende. Im ersten Band (LAV NRW R NW 0482 Nr. 1) findet man im Dezember 1914 zwei Gedichte zum Thema Weihnachten. Das erste stammt aus der Feder von Friderici:

 


 

Dezember 2019_klein Friederici

 

 

Wie in den gesamten Tagebücher merkt man auch hier den Einfluss des Ersten Weltkrieges. Friederici gelingt ein mitunter kritischer Blick auf die Situation in der Stadt zu dieser Zeit. Der Düssedlorfer Studienrat und Beigeordnete der Stadt Theodor Herold schreibt in dieser Zeit ein ähnliches Gedicht, das Friederici seinem in dem Tagebuch beifügt:

 


 

Dezember 2019 groß Friderici Vorschau

 


 

"Sie alle sollen ihren Christbaum haben" schreibt Theodor Herold, der am 30. Dezember 1871 in Herzfeld, dem heutigen Ortsteil von Lippetal, geboren wurde. Nach seinem Abitur (1893) studierte er deutschen Sprache und Geschichte in Berlin und Münster. Im Jahr 1897 folgte die Promotion zum Dr. phil. in Münster. Es folgten ein 1900 und 1901 ein Staatsstipendium in Frankreich und Genf. Anschließen unterrichtete er als Studienrat in Düsseldorf. 1908 bekam T.H. den Professorentitel verliehen. Zwei Jahre später wurde er zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Düsseldorf gewählt. 1934 trat Herold in den Ruhestand und verstarb noch im gleichen Jahre.

 

Die beiden Gedichte beschreiben, 105 Jahre später, mit welchen Ängsten um die lieben Angehörigen "im Schützengraben" die Familie und Verwandten zu Hause in Düsseldorf zu leben hatten. Ein beeindruckendes Zeugnis der damaligen Zeit, das Friderici und Herold der Nachwelt hinterlassen haben.