Hintergrundgrafik

Willkommen beim Portal der Archive in NRW

u

Navigationen


Micronavigation

 

Archivale des Monats Dezember 2017

  
US-Amerikanische Lebensmittelspenden für die Westdeutsche Bevölkerung (BR 1047 Nr. 521, Bl. 22-24)

 

BR_1047_00521_0022_Website


Das CARE-Paket (CARE = „Cooperative for American Remittances to Europe“), war zwischen 1946 und 1960 ein fester Bestandteil in bedürftigen bundesdeutschen Haushalten. Insgesamt rund 10 Millionen Pakete wurden in diesem Zeitraum in die Bundesrepublik verschickt.
Am 19.12.1953 meldete die Aachener Zeitung „Freude für 200.000 Notleidende. CARE schickt Weihnachtspakete nach Deutschland. … Die Regierung der Vereinigten Staaten und CARE wollen gemeinsam mit diesem Programm, das die Bezeichnung ‚Operation Reindeer‘ erhalten hat, einen Beweis des guten Willens erbringen und damit die besten Weihnachtsgrüße nach 16 Ländern in Europa und Südamerika senden.“

 
Die in der Zeitung angekündigte durch die US-Amerikanische Regierung und CARE organisierte weihnachtliche Lebensmittelspende wurde zunächst an den „Zentralausschuss der Caritativen Spitzenverbände für die Verteilung ausländischer Liebesgaben“ in Bremen verschickt und von dort nach einem bestimmen Schlüssel an die einzelnen Bundesländer verteilt. So erhielt das Land NRW 153 Tonnen Büchsenfleisch, 246 Tonnen Milch, 78 Tonnen Bohnen, 170 Tonnen Zucker, 42 Tonnen Pflanzenfett, 119 Tonnen Reis, 81 Tonnen Rosinen und 64 Tonnen Pflaumen. Die einzelnen Bezirksregierungen nahmen dann die für ihre Bezirke bestimmen Lebensmittel in Empfang und verteilten sie an die Stadt- und Amtsverwaltungen. Diese wiederum waren – gemeinsam mit den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege (Caritas u.ä.) –  für die schlussendliche Verteilung an die verschiedenen Gruppen von Bedürftigen (z.B. kinderreiche Familien, Empfänger/innen von Fürsorge-  oder Arbeitslosenfürsorgeunterstützung) verantwortlich. 

 
Die einzelnen Pakete waren etwa 7-13 Pfund schwer und enthielten einen Anteil der oben genannten Grundnahrungsmittel. Als schwierig erwies sich dabei anscheinend die Verteilung der in Räderform angelieferten Käse. Dieser konnte nur an wenige Personen ausgegeben werden, der Rest erhielt ersatzweise Fett.
Da die Verteilung eine gewisse Zeit in Anspruch nahm und es zu verschiedenen Nachlieferungen von Lebensmitteln kam, erfolgte die Ausgabe der Pakete nicht pünktlich zu Weihnachten, sondern erstreckte sich bis in den März des Jahres 1954.